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Es ist ein Eura …

Mit unseren Kriterien an der CMT Stuttgart:

  • Ducato-Fahrgestell 2007, weil auf Reisemobil-Bedürfnisse hin entwickelt. Ducato vor Renault, weil mir der Renault-PF mit dem Additiv nicht passt, will nicht auch noch dem Zusatz nachrennen.
  • Euro 4, lieber mit als ohne PF, doch bei Fiat kommt dieser erst – hoffentlich diesen Sommer.
  • Fahrgestell 40H hat Priorität vor 35H, 35L lieber nicht.
  • Radstand 4035 hat Priorität vor 3800, darunter kommt kaum in Frage.
  • Spurweite möglichst breit.
  • Räder 16“ vor 15“.
  • Nur 4t-Variante, allerdings mal vorerst abgelastet auf 3500. Spekuliere darauf, dass sich die Führerausweis-3,5t-Grenze aufweichen bzw. verschieben wird. Sonst halt Ausweis C1, ist ja auch keine Hexerei. Zudem will ich das Ding auch wieder mal verkaufen können, was mit 3,5t deutlich weniger gut möglich sein wird.
  • Aufbau: vorne Alkoven oder Hubbett, hinten Stockbetten oder 2er-Bett, also bis zu 4 Schlafplätze. Wir wollen ja nicht immer bloss zu zweit unterwegs sein.
  • Doppelboden vor Flachboden, in den kühleren Jahreszeiten möchten wir keine kalten Füsse.
  • Möglichst von allen 4 Seiten am Tisch sitzen können. Also Sitze drehbar plus L-Bank und/oder Seitenbank.
  • Unter dem Heckbett bzw. anstelle des unteren Kajütenbettes eine genügend grosse Garage für 2 Fahrräder plus Kleider und Krimskrams für das ganze Jahr, plus Vorzelt usw. Das Ding soll ja unser zukünftiges Zuhause werden….
  • Rest ist sekundär – möglichst einfach und praktisch.

Trotz Sturmschäden im süddeutschen Raum konnten wir an der CMT um halb elf die ersten Camper nochmals auf unsere Kriterien hin überprüfen. 10 Modelle mit Radstand von mindestens 4035 standen auf unserer Liste, davon waren 5 über 700 cm lang und fielen darum vorläufig raus. Blieben also 5, davon waren 2 nicht dort, unter den 3 verbleibenden überstieg der Intergrierte unser definiertes Budget. Blieben also 2 Alkoven mit Radstand 4035.
Von den WoMos mit Radstand 3800 schauten wir uns nur ein paar wenige an, da wir bereits bei der obigen Kategorie fündig wurden. Am eingehendsten befassten wir uns mit:

Karmann Ontario 670, Eura Terrestra 640VB, Chausson Welcome 18

Ontario 670 und Terrestra 640VB sind in etwa baugleich, kommen beide aus demselben Werk in Sprendlingen und auch in den Optionen und im Preis sind sie fast deckungsgleich. Von Karmann kriegst du ein gestyltes, edles Präsentier-WoMo, bei Eura ein praktisches und zweckmässiges WoMo. Das zeigt sich im Look, in Kleinigkeiten wie praktischeren Handgriffen, veredelten Möbeloberflächen. Der Doppelboden sieht bei beiden identisch aus und winterfest soll er auch sein.

Für uns wesentliche Unterschiede sind:

  • Die Alkoven-Nase ist beim Terrestra nicht nur optisch gefälliger, sondern schränkt den Blickwinkel auch etwas weniger ein, da deren Unterseite kürzer ist und sie rascher noch oben weggeht. Zudem hat der Alkoven beim Terrestra oben ein Fenster eingebaut, das zwar nicht zum Öffnen ist, aber dort Licht reinlässt. Seitliche Alkovenfenster haben beide.
  • Die Hülle ist grundsätzlich unterschiedlich aufgebaut: Karmann schraubt und klebt, Eura klebt. Beim Terrestra dürfte Feuchtigkeit und Dichtigkeit deutlich weniger ein Problem werden als beim Ontario. Allerdings baut Karmann auf Bewährtes und Konventionelles, das erfahrungsgemäss halten wird, die Klebetechnik dagegen kann noch keine langen Erfahrungszeiten vorweisen.
  • Die Aussenoberflächen unterscheiden sich ebenfalls deutlich: der Terrestra wirkt schlichter, durchschnittlicher, die Hochglanz-Aluhaut des Ontarios exklusiv, edel. Kleine Schäden wirken sich beim Ontario katastrophal aus, beim Terrestra fallen sie nicht nur weniger auf, sondern lassen sich bestimmt auch leichter ausbessern. Mit dem HochglanzDing kannst du gar nicht verdreckt rumfahren, bei der matten Kunststoffoberfläche stört das weitaus weniger.

Da uns im schlichteren WoMo wohler ist und da wir in Ländern wie Marokko oder Rumänien nicht mit dem protzigen DesignerStück aufkreuzen wollen, entschieden wir uns für den Eura Terrestra 640VB. Was der Händler zwar nicht verstehen konnte.

Mit folgenden Innereien:

  • Fahrgestell 40H, also 4 Tonnen, anfänglich mal für 3500 zugelassen
  • CCS-BreitspurTiefrahmen, Spurweite 1980
  • Radstand 4035
  • Motor 160, also 116kW oder 157PS
  • Kraftstofftank 125 Liter
  • Hinzu kommen diverse Optionen im Aufbau.

Chausson Welcome 18 haben wir natürlich auch angeschaut. Und sieht sehr einladend aus. Wären wir eine junge Familie mit Kindern, dann könnte ich mich sofort für den entscheiden. Bietet wirklich viel, hat ein bemerkenswertes Preis-Leistungsverhältnis – aber eben keinen Doppelboden. Und das Innenleben machte mir einen seriösen Eindruck.

Somit sind wir in freudiger Erwartung – in unserem Alter ein ganz neues Gefühl 😉
Und der Ausweis C1 steht auf der Pendenzenliste, denn für 4 Personen plus Gepäck genügt der verbleibende Zuladungsrest sicher nicht.

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